So funktioniert's
Ein Wettkampf-Drachenboot hat 22 Personen Besatzung. Zwanzig Paddler,
einen Steuermann und einen Trommler. Jeweils zehn Paddel links und rechts
sorgen für den nötigen Vorschub, das Steuerruder am Heck für die
gewollte Richtung und die Trommel für die Motivation.
Gepaddelt wird mit Stechpaddeln, die möglichst synchron durch das
Wasser gezogen werden. Dabei sitzen jeweils zwei Paddler mit den Blick in
Fahrtrichtung auf einer Bank nebeneinander. Aus dieser Anordnung ergibt sich,
dass die meisten Paddler eine bevorzugte Seite haben. Man spricht vom Rechts-
bzw. Linkspaddler. Die Paddler auf der vordersten Bank sind die Schlagleute oder
kurz "der Schlag". Einer der beiden gibt die Schlagzahl, das ist Frequenz der
Paddelschläge, vor, die dann vom Trommler übernommen wird. Es ist ein
weit verbreiteter Irrtum, dass die Trommel die Schläge für das Boot
vorgeben würde. Eines ist klar: "Ein guter Trommler bringt schlechte Paddler
nur schwer in den Takt, hingegen endet ein schlechter Trommler mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit in einer gewissen Taktlosigkeit des ganzen Bootes".
Als Letztes kommt in einem Drachenboot der Steuermann. Dieser steht auf einer
kleinen Plattform im hinteren Teil des Bootes und lenkt mit Hilfe eines
Langruders. Das Langruder wird auf der Backbordseite (in Fahrtrichtung links) am
Steuerblock befestigt. Gepaddelt wird mit zwischen 1,05 und 1,30 Meter langen
Stechpaddeln aus Holz oder Kunststoff. Jeder Paddler setzt das Paddel nur auf
einer Seite ins Wasser
Ein Drachenboot nach Europa-Norm ist (ohne Kopf und Schwanz) 12,49 Meter lang und 1,16 Meter breit. An der Spitze ist ein nach überlieferten Motiven gefertigter Drachenkopf befestigt, das Heck bildet ein stilisierter Drachenschwanz (daher rührt der Name). Moderne Boote sind aus Kunststoff und wiegen mindestens 250 Kilogramm, klassische Bootstypen wurden aus massivem Holz gefertigt und wiegen bis zu einer Tonne.